Selbstversorgung ganz einfach - Quickstart mit John Seymour

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Selbstversorgung ganz einfach - Quickstart mit John Seymour

 

Wer sich schon einmal ernsthaft mit dem Thema Selbstversorgung

auseinandergesetzt hat, der ist wohl auch über die Bücher von John

Seymour gestolpert. Vor allem "Vom Leben auf dem Lande" und "Selbst-

Versorgung aus dem Garten" können fast schon als Bibeln für Selbst-

versorger bezeichnet werden.

 

John Seymour ist studierter Agrarwissenschaften, der die Entwicklungen

seiner Zeit argwöhnisch beobachtete:

"Die Gärten auf dem Lande waren unwahrscheinlich - sie quollen fast

über vor Fruchtbarkeit. Gemüse zu kaufen wurde gar nicht erwogen und

es war auch völlig unnötig. Aber dann wurden die Leute wohlhabender

und die Lebensmittel billiger. ... Der Garten bekam eine neue Bedeutung:

im nachbarschaftlichen Wetteifern wurde er zum Statussymbol." (Aus

Selbstversorgung aus dem Garten)

Die Vertechnisierung und Verindustrialisierung der Lebensmittel stieß

ihm bald auf und er gründete einen neuen Trend hin zur Selbstversorgung,

die er wie folgt definiert:

"Selbstversorgung ist nicht die Rückkehr zu einer idealisierten Vergan-

genheit, in der die Menschennach Nahrung mit primitiven Werkzeugen

wühlten und sich gegenseitig wegen Hexerei verbrannten. Sie ist ein Vor-

stoß zu einer neuen und besseren Lebensweise, einem Leben mit mehr

Freude als dem überspezialisierten Kreislauf der Büros oder der Fabrik,

ein Leben, das Herausforderung, tägliche Initiative, Abwechslung, gele-

gentlich großen Erfolg, aber auch bodenlosen Misserfolg bei der Arbeit

bringt, die Bereitschaft zur totalen Verantwortung dessen, was man

macht oder nicht macht."

In seiner eigenen Selbstversorgungsakademie in England lehrte er,

dass die neue Selbstversorgung kein Rückschritt, sondern ein Fortschritt

"hin zum Wetteifern um höheren Lebensstandard, nach guter frischer,

organisch gewachsener Nahrung, nach gutem Leben in angenehmer Umgebung,

einem gesunden Körper und Seelenruhe".

 

Besonders schön fand ich auch diesen Satz aus dem Vorwort zum

"Leben auf dem Lande": " Der Mensch spart nicht nur Geld [durch Selbst-

Versorgung], sondern vergrößert auch seine Befriedigung und Selbst-

achtung. Der Mensch ist nicht zum "Arbeits-Tier" bestimmt. Wir sind

von der Natur absichtlich so vielseitig, mit verschiedenen Dingen,

mit vielen Fähigkeiten ausgestattet worden."

Deshalb trägt sein berühmtestes Werk "Leben auf dem Lande" auch den

Untertitel: ein praktisches Handbuch für Realisten und Träumer.

 

Was Seymour nun in konkret diese zwei Bücher gesteckt hat, ist ein

Feuerwerk an traditionellem, konventionellem Wissen, geschrieben

für Anfänger und gleichzeitig eine Bereicherung für Spezialisten.

Ein besonderes Anliegen ist Seymour dem Neo-Selbstversorger die

richtige Einstellung zum Land, zu seiner Umwelt mitzugeben, die Zyklen

der Natur zu verstehen und mit dem Jahreskreislauf "mitzuleben".

In einfachen, aber präzisen Worten versucht er die Grundregeln der

Bodenbewirtschaftung darzulegen:

1. Mit der Natur arbeiten (Zyklen und Kreisläufe respektieren)

2. Monokulturen vermeiden (in Wechselwirtschaften den Boden nicht

einseitig auslaugen)

3. natürlich Düngen (mit Kompost, Nützlinge fördern)

4. Brachen vermeiden

5. Gesetze der Wiederkehr beachten

 

Besonders spannend finde ich, wie viel Land Seymour für einen

Selbstversorger plant. Für 2 Personen schlägt er 1 Morgen Land vor.

Das ist überraschend wenig, da ein Morgen lediglich 4046 Quadratmeter

sind, das ist weniger als ein halber Hektar.

 

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